Frankreich

Grottes de Matata

Im Südwesten Frankreichs mündet die Gironde in einer breiten Mündungsbucht in den Atlantik. Kurz vor der Mündung, bei dem Örtchen Meschers, 13 Kilometer südöstlich von Royan, sind in der Kreideküste am rechten Ufer die Grottes de Matata zu finden. Es handelt sich dabei um vom Meer ausgespülte Höhlungen, die von Menschenhand später nachbearbeitet wurden. Da sie sich seit ihrer Entstehung im Zusammenhang mit der Auffaltung der Pyrenäen einige Meter gehoben haben, liegen sie heute in komfortabler Höhe über der breiten Flußmündung.

Die Cosquer-Höhle bei Marseille

Die außergewöhnlichen Malereien in zwei in letzter Zeit in Südfrankreich entdeckten Höhlen stellen die bisherigen Kenntnisse über die Entwicklung der Kunst in der Steinzeit in Frage. Die eine der Höhlen, die „Grotte Cosquer“ soll im Folgenden etwas näher besprochen werden1.

Schon 1985 entdeckte Henri Cosquer den Eingang zu der später nach ihm benannten Höhle, doch erst lange nachher wurde die ganze Bedeutung dieses Fundes erkannt. Im Sommer 1991 entdeckte er nämlich auf einem Dia den ersten negativen Handabdruck. Daraufhin fand im Juni 1992 die erste wissenschaftliche Befahrung der Höhle statt. Sie hatte zum Ziel die Wandmalereien in Augenschein zu nehmen, Kohlestückchen zur Datierung aufzufinden, die Objekte und Strukturen des Bodens aufzunehmen und erste geologische Untersuchungen anzustellen.